Archiv für den Monat: März 2026

Eine Tragödie auf vier Pfoten

Der kleine wuschelige Vierbeiner Jürgen hat dramatische Tage hinter sich – er ist das Spiegelbild einer menschlichen und tierischen Tragödie. Tagelang – wahrscheinlich eine Woche lang – harrte er neben seinem verstorbenen Frauchen aus. Tage voll Hoffen, Bangen und Warten für den kleinen Vierbeiner. Als er nach etwa einer Woche in seinem Zuhause gefunden wurde, war er ein Bild des Elends. Völlig verfilzt, ungepflegt, stinkend und natürlich hungrig wurde er in der Wohnung entdeckt, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Ein Bild des Jammers, denn offensichtlich war sein Frauchen schon länger nicht mehr in der körperlichen Lage, sich um den Kleinen richtig zu kümmern.

Jetzt wird er in der BDT-Tierherberge Kamp-Lintfort aufgepäppelt. Zunächst gab es ein ausgiebiges Bad, dann Krallenpflege und natürlich eine Extramahlzeit und frisches Wasser. Das Fell stellt wegen seiner Länge eine große Herausforderung dar, es muss ständig gekämmt und gepflegt werden, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Doch Jürgen lässt alle Prozeduren ohne Knurren über sich ergehen. Genießt sogar die Fürsorge.

Trotz allem – oder vielleicht gerade deshalb – ist er so ein unfassbar sympathischer, lebensfroher Wuschelkopf. Einer, der jeden Tag zeigt, dass man selbst nach schweren Zeiten noch fröhlich sein kann. Er ist lustig, freundlich, verschmust bis in die Fellspitzen. Er liebt Menschen und ihre Nähe, genießt jede Streicheleinheit, als würde er sagen: „Ach, das Leben ist doch eigentlich ganz schön.“ Andere Hunde? Kein Problem. Katzen? Scheinen auch bekannt vorzukommen. An der Leine läuft er vorbildlich, stubenrein ist er sowieso, und im Auto fährt er mit, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Vorläufig muss er – leider – auf jeden Fall in der Tierherberge bleiben, denn er ist mit seinem Schicksal eine juristische Angelegenheit. Da es keine Verfügung der verstorbenen Besitzerin gibt, ist seine Zukunft von den Behörden und den Erben abhängig, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Und dadurch ist sein Schicksal nicht nur eine Tragödie, sondern auch eine Mahnung an alle – besonders ältere – Tierhalter. Sie sollten immer für einen Plan B sorgen, denn Jürgen ist kein Einzelfall.

Deshalb der eindringliche Appell an alle: Sichert die Zukunft eurer Tiere. Kümmert euch rechtzeitig um eine Lösung für den schlimmsten Fall. Die finanzielle Absicherung ist das eine – nicht jeder kann seinem Tier ein Erbe hinterlassen und so festlegen, in welche Hände das Tier kommen soll.  Testamentarisch können beispielsweise gemeinnützige Tierheime oder Gnadenhöfe wie die BDT-Tierherberge in die mit der Versorgung beauftragt werden. Aber darum geht es nicht in erster Linie.

Es geht darum, dass kein Tier tagelang allein in einer Wohnung zurückbleibt, hungert, friert oder schlicht vergessen wird, weil niemand von seiner Existenz weiß, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Es gibt so viele einfache und kostengünstige Möglichkeiten, vorzusorgen: Ein Hinweis im Portemonnaie, dass zu Hause ein Tier versorgt werden muss. Eine Vertrauensperson, die informiert ist. Ein Notfallplan bei den Unterlagen. Eine kleine Notfallkarte am Schlüsselbund. Es sind oft nur wenige Handgriffe – mit enormer Wirkung. Das BDT-Team hilft gerne mit Rat und Tat.

Wer zur Versorgung von Jürgen und seinen vierbeinigen Freunden in der Herberge beitragen möchte, kann dies gerne tun. Jede Spende ist willkommen:

 

Bund Deutscher Tierfreunde e.V.

Volksbank Niederrhein

IBAN DE44 3546 1106 0128 7840 20

PayPal verwaltung@bund-deutscher-tierfreunde.de

Osterhase in Not

Der Osterhase funkt SOS: Die kuscheligen Langohren brauchen dringend Hilfe und menschliche Unterstützung.  Immer mehr Kaninchen landeten in den vergangenen Monaten und Jahren in den Tierheimen. In der BDT-Tierherberge Kamp-Lintfort und auf dem Gnadenhof in Weeze ist die Zahl der untergebrachten Kaninchen in dieser Zeit sprunghaft angestiegen und Vermittlungen sind eher schwierig. Es ist nicht ganz klar, was diese Schwemme ausgelöst hat, aber es sieht so aus, als seien Kaninchen die größten Verlierer der Corona-Krise. Während der Corona-Jahre waren sie beliebt als Kuscheltiere und Seelentröster, jetzt in normalen Zeiten sind sie offenbar überflüssig und werden einfach entsorgt und nicht selten ausgesetzt, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Zudem werden Kaninchen noch immer zu Ostern verschenkt und sie landen dann nicht selten wenig später in den Tierheimen.

Eine Herausforderung für die Tierheime, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Auf dem BDT-Gnadenhof wurde ein großes artgerechtes Außengehege für die Langohren gebaut. Und auch in der Tierherberge Kamp-Lintfort gibt es bereits ein “Hasendorf“. Zusätzlich braucht es jedoch auch Kleingehege zur Unterbringung, denn viele Tiere können nicht sofort in Gruppen integriert werden. Manche müssen in Quarantäne. Um ein gesundes Mittelmaß zu finden, werden kleinere Ausläufe auch im Innenbereich für 2er bis 4er Gruppen geschaffen, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Eine weitere Belastung für die Tierheime, die bereits durch zahlreiche abgegebene Hunde und Katzen an die Kapazitätsgrenzen geraten.

Kleintiere wie Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen sind offensichtlich die größten Verlierer der Corona-Epidemie. In manchen Tierheimen hat sich die Zahl der abgegebenen Kleintiere seither verdoppelt. Die ehemaligen Besitzer haben sie vermutlich während der Pandemie spontan in Baumärkten und bei Händlern für Tierbedarf gekauft, wo niemand nach den Gründen gefragt hatte. Und irgendwann haben die Menschen dann die Lust am Tier verloren, oder aus den Kindern wurden Teenager mit anderen Interessen.

Die Kuscheltiere, die in den Tierheimen landen, haben noch Glück gehabt. Denn ein Hauskaninchen, das plötzlich auf sich allein gestellt ist, hat nur geringe Chancen zu überleben. Hauskaninchen sind für das Leben in Wald und Wiese nicht gemacht. So etwas haben sie nie gelernt. Sie sind draußen vollkommen hilflos. Es ist ein fast sicheres Todesurteil für die Tiere. Wer also sein Kaninchen „in die Freiheit entlässt“ – bringt es in Wirklichkeit um.

Natürlich werden neue Zuhause für die Kuscheltiere gesucht, die Vermittlung gestaltet sich jedoch oft schwierig, so der Bund Deutscher Tierfreunde. Der BDT vermittelt nicht in Einzel- oder reine Käfighaltung – am liebsten natürlich in Außenhaltung. Die Tiere sind den Kontakt zum Menschen gewöhnt, aber nicht ausgesprochen handzahm, sie werden nur für Routinekontrollen oder medizinische Maßnahmen hochgehoben. Alle Böckchen sind kastriert. Alle Kaninchen sind gegen Myxomatose, sowie RHD 1 + 2 geimpft.

Die ehemaligen Seelentröster freuen sich über jede Unterstützung. Spenden mit dem Kennwort Tierherberge bitte an: Commerzbank, IBAN DE04 3108 0015 0885 0835 01, BIC: DRESDEFF310 oder PayPal: verwaltung@bund-deutscher-tierfreunde.de. Wer ein Tier oder besser ein Pärchen adoptieren möchte, wendet sich bitte an info@bund-deutscher-tierfreunde.de